…meldet sich Eure »Oberschwester« der Klinik, mit Bärbel im Schlepptau, die immer noch Lernschwester ist. Auch wenn Ihr mich nicht mehr so oft durch die Klinik streifen seht, es geht mir ganz gut.

Ich bin nun schon 13 (!) und da muss ich mir echt überlegen, ob sich die Treppe einmal runter und besonders wieder hoch für mich lohnt. Und so trefft Ihr meist Bärbel, die im Wartezimmer, manchmal auf dem Hof und besonders in den Untersuchungsräumen auf Leckerchenjagd ist. Wenn Sie also plötzlich vor Euch auftaucht, bitte nicht wundern: Die tut nichts, die will nur essen!

Bärbel weiß auch, warum sie das macht: Bei mir hat sie immer noch null Chance! Naja, bei der Verteidigung meiner eigenen Leckerchen stört neuerdings ein wenig, dass ich wohl nicht mehr so gut höre und wenn sich Bärbel dann von hinten anschleicht… Nicht selten überlasse ich ihr dann einfach meinen Rest – ich bekomme eh Nachschub.

Was mich seit ein paar Tagen skeptisch macht, ist, dass mich mein Frauchen mit besorgtem Gesicht an manchen Stellen abtastet. Ich weiß, dass ich schon mal Tumore hatte, mehrfach haben sie mich dann in den OP gebracht. Erst tun sie so, als wenn gar nichts wäre und schwupp wacht man ganz schwindelig auf und trägt einen grünen Klinikbody – und das, obwohl ich doch nie an den Nähten lecken würde!

Und wisst Ihr was? Es piekt mich zwar ein anderer Tierarzt ins Bein und macht mich müde, doch ich bin ganz sicher, dass ich dann von meinem Frauchen selbst operiert werde und mit der bin ich dann ganz lange böse!

Also haltet mir bitte die Daumen, dass alles nicht so schlimm wird und dass ich, genauso wie Eure tierischen Mitbewohner, ganz schnell wieder gesund werde.

Eure Lisbeth