Wenn unsere tierischen Schützlinge krank werden oder unsere Tierhalter Fragen haben, wenden sie sich an den Tierarzt ihres Vertrauens und finden so bei uns fachlich-medizinische Kompetenz und eine Leidenschaft, die uns sehr wichtig ist. Unser Beruf ist eine Passion: Denn wir lieben Tiere.

Wie wird man eigentlich Tierarzt?
Einen Studienplatz in der Veterinärmedizin zu erhalten, ist in Deutschland eine echte Herausforderung. Auf einen freien Platz kommen fünf Bewerber. Pro Jahr stehen an nur fünf Universitäten rund 1.000 Plätze zur Verfügung. Der sogenannte »NC«, der Numerus clausus, liegt sehr hoch. Das heißt: Das Abitur musste mit einer Note zwischen 1,1 und 1,5 absolviert werden, um im ersten Anlauf überhaupt eine Chance auf den Wunschstudienplatz zu erhalten

Das Studium, die Ausbildung
Mit 11 Semestern dauert das Studium fünfeinhalb Jahre. Erst nach dem dritten Staatsexamen erhält man seine Approbation zum Tierarzt. Zwischen Studienbeginn und Abschluss liegen 27 Prüfungen und 21 Wochen Pflichtpraktika.

Wer dann noch promovieren, also den Doktortitel erwerben möchte, muss noch einmal viel Zeit und Energie investieren. Viel mehr als zum Beispiel Humanmediziner. Durchschnittlich dauert es drei, mitunter auch bis zu fünf Jahre, bevor sich ein Tierarzt Dr. med. vet. nennen darf. Damit muss die Zeit der Ausbildung jedoch noch lange nicht vorbei sein. Im Anschluss kann man noch Fachtierarzt werden – zum Beispiel Fachtierarzt für Kleintiere. Genau wie in der Humanmedizin, zeigt dies eine Zusatzqualifikation in einem bestimmten Fachgebiet an (z.B. Radiologie, Orthopädie etc.). Man bleibt jedoch nicht einfach auf Dauer Fachtierarzt; dieser Titel will regelmäßig »neuverdient« werden. Eine Menge Fortbildungsstunden, die von offizieller Seite anerkannt werden müssen, sind Pflicht. Ein Tierarzt ohne Zusatzqualifikation hat nur einen halb so hohen Aufwand zu leisten.

 

Behandlung vom Fachtierarzt in der Kleintierklinik Hannover

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Fachtierärzte in der KleintierKlinik Hannover
Hier bei uns sind aktuell drei Fachtierärzte/innen für Kleintiere beschäftigt. Eine Fachtierärztin ist bei uns für das Thema »Reproduktion«, also die Fortpflanzung von Tieren, im Einsatz. Zwei weitere Tierärzte besitzen eine Zusatzbezeichnung für Kardiologie und Dermatologie. Hier sind also zusätzliche Kenntnisse vorhanden.

Alleine die Weiterbildung zum Fachtierarzt für Kleintiere oder für Reproduktion dauert weitere vier Jahre. Zur Erinnerung: Wir sprechen jetzt bereits über zwölfeinhalb Jahre Ausbildung und Spezialisierung. Dies ist äußerst zeit- und kostenintensiv.

Viele deutsche Universitäten bieten einjährige Internships für junge Tierärzte an. In Stellenanzeigen finden sich Formulierungen wie: Bewerber mit Doktortitel und Berufserfahrung würden bevorzugt; die tägliche Arbeitszeit sei von 7.30 Uhr bis nach 19 Uhr. Angebotene Bruttogehälter liegen zwischen 600 und 850 Euro monatlich, inklusive Nacht- und Wochenenddiensten. Junge Tierärzte nehmen diese Angebote an, weil sie dort Weiterbildungszeit sammeln möchten, um ihren Titel »Fachtierarzt für Kleintiere« zu erwerben.

Die KleintierKlink Hannover sieht nicht ein, diese derart qualifizierte und wertvolle Arbeit nicht angemessen zu entlohnen. Wir sind stolz, dass wir die Weiterbildungskosten unserer Tierärzte übernehmen und sie für den notwendigen Zeitaufwand freistellen sowie leistungsorientierte Entgelte bezahlen.

Schon Goethe hat gesagt: »Man sieht nur, was man weiß«. Getreu diesem weisen Spruch ist unser Wissen die Voraussetzung, Ihr Tier optimal medizinisch zu versorgen. Fachtierärzte stellen dieses Wissen ganz besonders unter Beweis.

Die Arbeitsbedingungen
sind vergleichbar mit denen von Humanmedizinern. Es fallen Wochenend- und Nachtdienste sowie unregelmäßige Arbeitszeiten an. Die körperlichen Anforderungen und regelmäßigen Fortbildungen kommen hinzu. Unterschätzt werden darf aus unserer Sicht auch nicht die psychische Belastung aufgrund der hohen Verantwortung für ein Tierleben. Denn wir leiden natürlich mit Ihnen und dem erkrankten Tier mit.

Ist die Behandlung bei einem Fachtierarzt teurer?
Natürlich ist die Leistung eines Arztes generell nicht kostenfrei zu haben. Jedoch sprechen einige Vorteile für eine Fachtierarztbehandlung. Das spezielle Fachwissen und ein großes persönliches Interesse des Veterinärs sowie seine langjährige praktische Erfahrung ermöglichen ein optimales Vorgehen. Diagnose und Therapie können oftmals schneller greifen, da möglicherweise vermeidbare Untersuchungen und somit auch überflüssige Kosten wegfallen. Außerdem hat ein Fachtierarzt häufig umfassendere technische Möglichkeiten für Diagnose und Therapie.

Der Erstbesuch bei einem Fachtierarzt mag ein wenig aufwendiger sein, jedoch können die Kosten weiterführender Maßnahmen je nach Krankheit deutlich geringer ausfallen.

Fazit: Ihr Zeitaufwand, Ihre Verunsicherung und vor allem das Leid Ihres Lieblings können durch einen Erstbesuch oder eine Überweisung an einen Fachtierarzt verkürzt werden.