Die meisten von uns kennen das Problem gerade in solchen Zeiten, in denen man viel zuhause ist und sich ab und an mal etwas Gutes tun möchte: überflüssige Pfunde, die man schnell draufgefuttert hat, aber nur sehr schwer wieder loswird. Heute wollen wir einmal schauen, wie sich Übergewicht bei unseren Vierbeinern auswirkt.

Was sind die Ursachen von Übergewicht bei Hund und Katze?

Auch unsere Hunde und Katzen neigen gern dazu, Übergewicht zu entwickeln. Daran tragen wir als Besitzer meist selbst die Schuld, denn wir möchten unsere Vierbeiner verwöhnen. Und da „Liebe nun mal durch den Magen geht“, geschieht dies oftmals durch zusätzliche Hunde- bzw. Katzenleckerchen oder sogar durch den einen oder anderen Extrahappen vom eigenen Teller. Dabei übersteigt die Energiezufuhr schnell die benötigte Energiemenge. Die überschüssige Energie wird in Form von Fett in speziellen Fettzellen eingelagert, sozusagen „für schlechte Zeiten“. Bei einer Energieunterversorgung wird die Fettreserve mobilisiert und in den Mitochondrien zu Energie umgewandelt.

Individueller Energiebedarf

Der Energiebedarf variiert von Tier zu Tier in Anhängigkeit von Körpergewicht, Lebensstil (Aktivitätsniveau), Alter und individuellem Stoffwechsel, wobei die Aktivität der Schilddrüse, aber auch der Sexualhormonhaushalt (kastriert oder intakt) eine Rolle spielen. Daher ist eine kontinuierliche Gewichtskontrolle wichtig, um Abweichungen nach oben oder unten möglichst bald festzustellen und bei Bedarf gegenzusteuern. Neben dem Gewicht sollte der Body Condition Score des Tieres bestimmt werden, indem das Tier sowohl abgetastet als auch von allen Seiten betrachtet wird.

Übergewicht birgt gesundheitliche Risiken

Wie beim Menschen haben auch übergewichtige Tiere ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen, so zum Beispiel Diabetes, Gelenkerkrankungen, Herzerkrankungen, etc. Katzen, die stark fettleibig sind, haben zudem das Risiko einer hepatischen Lipidose (akute Leberverfettung) bei einer zu raschen Gewichtsreduzierung (z.B. im Falle einer Erkrankung, die mit Appetitlosigkeit einhergeht). Im Hungerzustand wird zu schnell zu viel Fett mobilisiert, so dass die Fettleber mit der Verarbeitung überfordert ist und es zu einem Leberversagen kommt. Zu rapide Gewichtsabnahmen bei Katzen im Rahmen eines Diätplans bergen dasselbe Risiko.

Diätnahrung hilft bei der Gewichtsreduktion

Wie beim Menschen können eine ausgewogene, gesunde und fettreduzierte Ernährung sowie regelmäßige Bewegung die Erreichung des Idealgewichtes effektiv unterstützen.
Um es Tierbesitzern zu erleichtern, das Gewicht ihres Haustieres auf ein gesundes Maß zu reduzieren, hat die Futtermittelindustrie kalorienverminderte Diät-Produkte auf den Markt gebracht. Diese Produkte enthalten alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, gleichzeitig aber weniger Fett und stattdessen mehr Protein und Kohlenhydrate (einschließlich Fasern). Achten Sie darauf, dass die gewählte Diätnahrung keine übermäßigen Mengen an Cellulose enthält, da unverdauliche Faserstoffe in großen Mengen die Gesundheit der Darmschleimhaut gefährden können. Ein Zusatz an L-Carnitin kann die Fettverbrennung (bei gleichzeitiger körperlicher Bewegung) anregen.

Gewichtsreduktion auf gesunde Art

Es ist anzuraten, dass die Gewichtsreduktion pro Woche nicht mehr als 1,5 % bis 2 % des aktuellen Körpergewichts beträgt. Bitte beachten Sie, dass bei einem mittelgroßen Hund mit ca. 20 kg KGW die 2 % pro Woche mit 400 g Abnahme bereits erreicht sind. Rechnen Sie zur Verdeutlichung einfach einmal um: Eine 70 kg schwere Frau würde bei 2 % Abnahme pro Woche etwa 1,4 kg abnehmen, was als gesunde Gewichtsreduktion erachtet wird.

Wir beraten Sie gern bezüglich des Gewichts und der Ernährung Ihres Lieblings. Eine Waage für Ihr Tier steht bei uns im Wartezimmer; diese dürfen Sie jederzeit zum Wiegen Ihres Vierbeiners benutzen. Sprechen Sie uns an!