Beugen Sie auch im Winter vor.

Im Frühjahr, Sommer und Herbst haben wir sie alle schon gesehen und als sehr lästig empfunden: Flöhe und Zecken, die unsere Hunde und Katzen befallen und ärgern. Im Winter gehen wir davon aus, dass sie verschwinden, oder vielleicht doch nicht?

Leider ist dies weder bei Zecken noch bei Flöhen der Fall, so dass wir uns mit dem Thema „Ektoparasiten“, also Parasiten, die das Tier außen auf der Haut befallen, das ganze Jahr hindurch auseinandersetzen müssen.

Beginnen wir mit den Flöhen.

Flöhe wohnen auf ihrem Wirtstier, unseren Hunden und Katzen. Ein Flohweibchen legt täglich etwa 40 bis 50 Eier. Diese kullern vom Wirtstier herunter auf den Fußboden, wo sie sich zu Larven entwickeln. Die Larven ernähren sich vom Kot der Muttertiere und verstecken sich unter Teppichen, in Ritzen, im Freien unter Blättern, also überall dort, wo es angenehm dunkel ist. Nach mehreren Entwicklungsschritten im Larvenstadium verpuppt sich der Floh in einer Art Seidenkokon, wo er dann mehrere Monate überdauern kann. Wenn dieser verpuppte Floh nun eine Erschütterung durch ein vorbeilaufendes Wirtstier bemerkt, kann er sich rasch aus seiner Verpuppung befreien und durch einen bis zu 45 cm weiten Sprung seinen neuen Wirt, einen Hund oder eine Katze, aber auch einen Menschen befallen.

Der Lebenszylus eines Flohs auf dem Hund und seiner Umgebung
Der Lebenszylus eines Flohs auf dem Hund und seiner Umgebung

Gerade in der aktuellen Heizperiode, wenn wir uns mit unseren Haustieren häufig im kuscheligen Zuhause aufhalten, kann es zu einer rapiden Aktivierung des schlummernden Flohnachwuchs kommen; Experten sprechen von einer sogenannten „Flohexplosion“. In einer solchen Situation hilft nur eine effektive Bekämpfung der Flöhe am Tier und in der Umgebung.

Wir beraten Sie gern bezüglich der richtigen Maßnahmen für Ihren speziellen Fall.

Und was machen Zecken im Winter?

Mit steigenden Temperaturen erleben wir in großen Teilen Deutschlands auch zunehmend milde Winter. Die in Deutschland vorkommenden Zecken sind mittlerweile oft das ganze Jahr über aktiv, da sie nicht durch kräftigen Dauerfrost abgetötet werden. Zecken werden ab einer Temperatur von etwa 6° C aktiv. In Mitteleuropa kommen neben dem gemeinen Holzbock noch die Auwaldzecke und die braune Hundezecke vor. Die meisten Zeckenarten halten sich vor allem in Waldregionen mit dichtem Unterholz auf, sind aber auch in Parks, im heimischen Garten und auf Wiesen oder Grünstreifen zu finden. Die braune Hundezecke kann sich sogar in Häusern vermehren und so auch Winter mit dauerhaften Minustemperaturen überleben.

So kann es nicht nur im Frühling und Sommer, sondern ebenso bei einem schönen Herbst- oder Winterspaziergang zu einem Zeckenbefall bei Ihrem Hund kommen. Auch Freigängerkatzen können das ganze Jahr über von Zecken befallen werden. Zecken saugen Blut von ihrem Wirtstier, wobei sie ihren Umfang auf ein Vielfaches vergrößern. Das ist zum einen ziemlich eklig und unangenehm für Ihr Haustier, es bedeutet zum anderen eine Möglichkeit der Übertragung von gefährlichen Krankheiten wie die FSME (Frühsommer­meningo­encephalitis) sowie die Borreliose, an denen Mensch und Tier erkranken können. Bei Hund und Katze sind aber weitere Vektorkrankheiten wie die Anaplasmose, die Babesiose und die Ehrlichiose mögliche dramatische und langwierige Folgen eines Zeckenbisses.
Zur Zeckenprophylaxe bei Ihrem Tier gibt es zahlreiche, sehr effektive Möglichkeiten, zu denen wir Sie gern beraten.

Fazit: Bitte schützen Sie Ihr Tier das ganze Jahr über gegen Zecken und Flöhe, denn diese unangenehmen Plagegeister halten keinen Winterschlaf!