Über 20 Jahre Erfahrung

Seit über 20 Jahren befassen wir uns in der KleintierKlinik Hannover mit der Schmerztherapie mittels Golddrahtimplantation. Diese im Bereich der Alternativmedizin einzuordnende Behandlung bietet insbesondere chronischen Schmerzpatienten eine effektive und schonende Chance auf eine dauerhafte Schmerzlinderung. In unserem Magazin „Tierisch gut“ haben wir vor einiger Zeit bereits ausführlich darüber berichtet. Den kompletten Artikel zu Technik und Wirkweise der „Goldschätze“ finden Sie hier.

Aktueller Fall: Dackelrüde, 5 Jahre alt

Heute möchten wir über einen Fall aus unserer Klinik berichten, der im vergangenen Sommer zu uns kam. Es handelt sich um einen damals 5 Jahre alten, roten Rauhaardackel (Rüde kastriert, Normalschlag, Gewicht 11,5 kg). Die Besitzerin hatte bereits eine jahrelange Odyssee durch verschiedene Tierarztpraxen hinter sich. Es waren allerhand, zum Teil durchaus sinnvolle, Behandlungsschritte unternommen worden, die aber leider alle nicht dauerhaft zur Schmerzlinderung geführt hatten.

Die Untersuchung

In unserer Klinik wurde der Hund eingehend untersucht. Zunächst wurden die Bewegungsabläufe im langsamen und schnellen Gang begutachtet und analysiert, anschließend wurde der gesamte Hund gründlich durchpalpiert, also durchgetastet. Im Gangbild zeigten sich Schrittverkürzungen der Vorder- und Hintergliedmaßen, bei der Palpation fielen deutliche Schmerzreaktionen im Bereich der Schulter (v.a. links) sowie der Lendenwirbelsäule auf. Es wurden Blutproben zur differentialdiagnostischen Abklärung verschiedener Südkrankheiten (z.B. Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose) genommen und der Hund anschließend in Narkose gelegt. Der schlafende Hund wurde noch einmal gründlich durchgetastet und danach in verschiedenen Positionen geröntgt. Dabei fiel ein kleines Knochenfragment auf, das im Bereich des Bizeps links auf den Muskel drückt und zu einer Schonhaltung mit Auswärtsdrehung der linken Vorderpfote führt. In der Folge entsteht eine asymmetrische Belastung der Wirbelsäule, was im Endeffekt zu den deutlichen Schmerzen im Bereich der linken Schulter sowie Lendenwirbelsäule geführt hat.

Die Operation

Danach wurde der Hund an verschiedenen Akupunkturpunkten im Bereich des Rückens, der Schultern, der Pfoten und der Ellenbogen rasiert, desinfiziert und jodiert. Nun wurden an allen relevanten, mit dem Schmerzgeschehen in Zusammenhang stehenden Akupunkturpunkten Golddrahtstücke von 1,5 mm Länge implantiert.

Nach der Operation

Selbstverständlich durfte der Hund bis zur Abheilung der minimalen Wunden nicht schwimmen gehen, konnte sich aber ansonsten direkt am nächsten Tag wieder normal bewegen. Nach etwa zwei Wochen berichtete die Besitzerin über eine sichtbare Besserung im Gangbild des Hundes verbunden mit einer deutlichen Stimmungsbesserung. In den darauffolgenden 4 Wochen normalisierte sich der Bewegungsablauf des Hundes zusehends und die positive Laune führte zu intensiver spielerischer Interaktion mit dem im selben Haushalt lebenden Halbbruder.

Die weitere Entwicklung

9 Monate nach der Operation ist die Besitzerin immer noch hochzufrieden mit dem Verlauf. Einzige Einschränkung ist eine Wetterfühligkeit des Hundes, die ihn bei nasskaltem Wetter noch immer ein wenig übellaunig wirken lässt. Ein Einsatz von Schmerzmitteln ist jedoch auch in solchen Situationen meist nicht erforderlich.

Allerdings hat der Hund nun einen neuen Spitznamen – er wird nun liebevoll „Unser Goldrücken“ genannt.