Immer wieder wird in der Öffentlichkeit, auf Hundeplätzen oder in den sozialen Medien das Thema Entwurmung diskutiert. Hierbei wird eine Reihe von falschen Informationen vehement verbreitet. Wir denken: nur weil bestimmte Informationen immer wieder gestreut werden, müssen sie nicht automatisch richtig sein.

Wie kann sich mein Hund oder meine Katze mit Würmern infizieren?

Hunde und Katzen können sich in Deutschland durch den Aufenthalt im Freien, durch Flöhe, durch den Kontakt mit anderen Tieren, den Verzehr von Wildtieren und sogar bereits im Mutterleib oder beim Milchsaugen in den ersten Lebenswochen mit Würmern infizieren. Jede Wurmbehandlung bekämpft immer nur den aktuellen Wurmbefall, das bedeutet, gibt es keinen Langzeit-Schutz gegen einen Wurmbefall. Das Risiko Ihres Haustieres steigt mit seinen Freiheiten, sich unbeaufsichtigt in der freien Natur zu bewegen. So sind Wohnungskatzen kaum gefährdet, wenn auch nicht komplett geschützt, denn auch an Ihren Straßenschuhen könnten Sie Wurmeier ins Haus tragen. Stadthunde, die nur an der Leine gehen, haben sicherlich ein geringeres Risiko als Jagdhunde, die in Wald und Flur jagdlich eingesetzt werden.

Warum muss ich mein Tier entwurmen?

Wir leben heutzutage sehr eng mit unseren vierbeinigen Lieblingen zusammen. Das ist wunderbar, setzt jedoch voraus, dass durch regelmäßige Entwurmungen das Risiko einer Wurminfektion minimiert wird. Einige Wurmarten sind nämlich auch auf den Menschen übertragbar (Zoonose). Diese Übertragung kann beim Spielen mit dem Tier oder beim Streicheln erfolgen. Gerade Kinder waschen sich nicht nach jedem Kontakt mit dem geliebten Haustier die Hände, daher ist es wichtig, vorzusorgen. Darmparasiten können die Gesundheit Ihres Hundes und Ihrer Katze, aber auch Ihre eigene und die Ihrer Familie gefährden. Je nach Wurmspezies können bei Ihrem Tier Schädigungen der Darmwand, aber auch anderer innerer Organe entstehen.

In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen kleinen Überblick:

Was empfehlen wir Ihnen?

Es gibt aus unserer Sicht zwei Möglichkeiten, Ihr Tier und Ihre Familie zu schützen: Regelmäßige Parasitenprophylaxe mit einem Entwurmungspräparat oder monatliche Untersuchungen und in der Folge Behandlung bei Bedarf.

Prophylaxe: Die angemessene Entwurmungsfrequenz für Ihr Tier können Sie auf der Homepage der ESCCAP im Entwurmungstest herausfinden. Das für Ihr Tier passende Entwurmungsmittel besprechen wir gern persönlich mit Ihnen und geben Ihnen zusätzlich Tipps zur Anwendung. Achtung: Präparate für Hunde sind nicht immer auch für Katzen geeignet. Lassen Sie sich beraten!

Kotuntersuchungen: Sie können alternativ einmal im Monat eine 3-Tage-Sammelkotprobe bei uns in der Klinik untersuchen lassen und immer dann entwurmen, wenn ein Parasitenbefall festgestellt wurde. Allerdings sind Kotuntersuchungen nicht zu 100 % zuverlässig, da sich Würmer in einem nicht feststellbaren Entwicklungsstadium befinden können, so dass sie manchmal trotz Befall nicht gefunden werden.

Noch Fragen?

Sollten Sie Fragen zur Parasitenbekämpfung Ihres Hundes oder Ihrer Katze haben, wenden Sie sich gern an uns. Bei uns in der Klinik erhalten Sie außerdem Ihren persönlichen Parasitenpass für Ihr Tier, in dem alle Behandlungen eingetragen werden können, damit kein Entwurmungstermin mehr vergessen wird.