Ein Kommentar von Hundeexperte Michael Bolte (dogdactics)

Kaum leuchten im Stadtverkehr rote Lichter beim Vordermann, schnellt unser Fuß zum Bremspedal. Ganz automatisch: genauso funktionieren Platz und Aus beim Hund. Kommandos sind ritualisierte Handlungen – ihr Training ersetzt keine Erziehung. Auch richtig Bremsen entscheidet nicht, ob Fahrschüler zu rücksichtsvollen oder rüpelhaften Verkehrsteilnehmern werden.

Aggressive Kollisionen mit Artgenossen? Bei Reh und Hase Vollgas geben? Wie Hunde auf Reize ihrer Umwelt reagieren, ist das Ergebnis ihrer individuellen Entwicklung. Die gilt es heute sehr bewusst vom Welpenalter an zu lenken – nach verhaltensbiologischen Erkenntnissen und mit viel Empathie.

Hunde können nach Jahrtausenden an unserer Seite schließlich mehr als Auswendiglernen. Ihre einzigartigen sozialen Fähigkeiten zu kennen ist der Schlüssel für ein zuverlässiges Miteinander. Gut, wenn das Sitz sitzt – aber erst mit einem entspannten Hund kann man im Alltag einen Gang runterschalten.