Wie die Krankheit entsteht und wie es nun weitergeht

 

Eine der häufigsten tödlichen Erkrankungen bei Hunden sind bösartige Tumore. Statistisch gesehen erkrankt jeder vierte Hund irgendwann in seinem Leben an Krebs. Bei Tieren, die älter als zehn Jahre sind, ist es sogar jeder zweite.

Krebs entsteht, wenn die Zellen des Körpers außer Kontrolle geraten. Grund dafür ist ein Gen, das mutiert, sich also bösartig verändert. Das mutierte Gen sorgt dann für unkontrolliertes Zellwachstum. In einem gesunden Organismus arbeitet jede Zelle daran, ihn im Gleichgewicht zu halten. Normalerweise stellen die Zellen das Wohl des Körpers über ihr eigenes – wenn sie erkranken, sterben sie ab, um ihn nicht zu schädigen. Wenn Gene mutieren, funktionieren diese Mechanismen häufig nicht mehr. Erkrankte Zellen werden so manipuliert, dass
sie sich unkontrolliert vermehren und den Körper schädigen. Die Wucherungen, die durch das Wachstum der zerstörerischen Zellen entstehen, sind die Krebstumore.

Die Gene, die letztendlich Krebs auslösen, sind vor ihrer Mutation unauffällig und übernehmen mitunter wichtige Aufgaben im Körper. Dass sie sich bösartig verändern, kann durch viele Faktoren ausgelöst werden. Bekannte Auslöser für eine Genmutation sind zum Beispiel Umwelteinflüsse wie starke UV-Strahlung oder belastete Luft – deswegen erhöhen übermäßige Sonnenbäder das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken
oder Rauchen das Risiko von Lungenkrebs. Je älter ein Hund ist, desto länger ist er diesen Faktoren ausgesetzt. Wir können die Vierbeiner nicht vor allen schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Mit hohem Alter steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gen mutiert und Krebszellen entstehen.

Häufig wird eine Krebserkrankung erst erkannt, wenn sich bereits kleine Tumore gebildet haben und Gewebeveränderungen hervortreten. Die Heilungschancen sind jedoch wesentlich höher, je füher die Krankheit entdeckt und behandelt werden kann. Es gibt ein paar Anzeichen, die auf eine eventuelle Krebserkrankungen hindeuten können. Falls diese bei Ihrem Liebling auftreten, können Sie jederzeit Rücksprache mit uns halten.

Gewebeveränderungen, die auf Tumore hindeuten, könnenüberall am Körper entstehen. Entdecken Sie Knubbel, Verhärtungen, offene Stellen oder warzenähnliche Hautveränderungen am Körper Ihres Vierbeiners, schafft eine Untersuchung bei uns in der Klinik Klarheit. Auch Mundhöhlenkrebs, der sich mit Veränderungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut bemerkbar macht, kommt häufig bei Hunden vor. Vor allem unkastrierte Hündinnen erkranken häufig an Milchdrüsenkrebs – hierauf können Schwellungen und Veränderungen an der Gesäugeleiste hindeuten. Auch starke Gewichtsveränderungen können ein Anzeichen sein. Denn eine Krebserkrankung – vor allem im Magen-Darm-Trakt oder wenn sie mit Schmerzen einhergeht – kann zu Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme führen. Da die Krankheit Einfluss auf den Stoffwechsel nehmen kann, kommt es teilweise jedoch auch bei unverändertem Fressverhalten zu Ab- oder Zunahmen. Getrübte Augen oder verfärbtes Augenweiß, generelle Müdigkeit und Schlappheit, permanentes Winseln oder Berührungsschmerz, der sich beim Streicheln und Hochheben durch Aufschreien bemerkbar macht: All das sind Anzeichen, die Sie zum Anlass nehmen sollen, uns mit Ihrem Vierbeiner zu besuchen.

Natürlich müssen nicht alle Veränderungen oder Symptome, die Sie an Ihrem Liebling bemerken, auf eine Krebserkrankung hinweisen. Mit entsprechenden Untersuchungen von Blut- und Gewebeproben kann das Schlimmste meist schon ausgeschlossen werden. Auch nicht jede Hautveränderung ist ein bösartiger Tumor: Selbst große oder scheinbar plötzlich entstandene Wucherungen sind häufig sogenannte Lipome – gutartige Fettgeschwulste – oder einfache Verkapselungen nach Verletzungen.

Wird jedoch eine Krebserkrankung festgestellt, stehen verschiedene Möglichkeiten der Therapie zur Verfügung. Handelt es sich um einen einzelnen, gut abgesetzten Krebstumor kann er dank moderner Chirurgie zunächst präzise und im besten Fall vollständig entfernt werden. Einige Tumore innerhalb des Körpers sind allerdings schwer zu erreichen, sodass eine OP große Risiken birgt. Zudem gibt es Krebsarten – wie zum Beispiel den Lymphdrüsenkrebs – die chirurgisch nicht einfach entfernt werden können, weil sie sich im Körper verteilen. In solchen Fällen hilft eine Chemo- oder eine Strahlentherapie. Bei der Strahlentherapie werden erkrankte Zellen so bestrahlt, dass ihr Erbgut zerstört und die Zellteilung aufgehalten wird – sie können sich also nicht weiter vermehren. Ähnlich funktioniert auch die Chemotherapie: Bei ihr werden Medikamente eingesetzt, die in die Zellteilung eingreifen. Während die Strahlentherapie punktuell wirken kann, ist es mit der Chemotherapie möglich, den gesamten Organismus zu behandeln.

Ziel einer jeden Therapie ist natürlich die vollständige Heilung. Leider sind manche Krebserkrankungen unheilbar – doch auch hier können Lebenserwartung und -qualität durch eine Therapie oft noch maßgeblich erhöht werden.

Einen Therapieplan entwickeln wir für jeden betroffenen Patienten ganz individuell. Dabei orientieren wir uns an Eigenarten und Stadium der Krebserkrankung wie auch den speziellen Bedürfnissen und der Konstitution unseres vierbeinigen Schützlings. Wie die Therapie abläuft, welche Nebenwirkungen und Ergebnisse zu erwarten sind – all das erörtern wir in enger Absprache mit Ihnen.

Wir sind immer für Sie da, um Ihrem Vierbeiner ein langes und glückliches Leben an Ihrer Seite zu ermöglichen.